Über mich

 Mein Name ist Andreas Schymczyk und ich bin 1960 als Kind deutscher Eltern in Neapel/Italien geboren. Nach einer bewegten Kindheit und einigen Abstechern, u.a. im Bereich des KFZ Wesens, fand ich meinen Weg zum Holz.
Als Bau-Tischler habe ich mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung nicht nur mit meinem Material, sondern auch mit der Führung eines Betriebes mit mehr als 20 Mitarbeitern gesammelt. Leider gehörten auch zunehmend Erfahrungen mit vom Auftraggeber gewünschten Pfusch am Bau dazu, so dass ich meinem Anspruch an Qualität zuliebe diesem Gewerbe den Rücken zuwandte und mich mit meinen Ersparnissen daran machte, ein heruntergekommenes Grundstück in Berlin Alt-Mahrzahn als Treffpunkt für Künstler und Kunstliebende aller Art schön zu machen. Meine 2 Kinder waren zu diesem Zeitpunkt bereits Teenager und somit aus dem gröbsten raus.
So viel Charakter meine Kunst hat, soviel habe (leider oder zum Glück) auch ich. Nach 12 Jahren Arbeit und sehr viel Geld, die ich in meine Kunstruine hineingesteckt habe, beging ich einen erheblichen Fehler. In einem Zeitungsinterview sagte ich, dass ich (anders als viele andere Kulturschaffende), keinerlei Förderung in Anspruch nehme, da ich ja schließlich etwas Gutes mache, und gute Dinge sich bewähren und von selbst finanzieren. Böser Fehler.
In der anschließenden Zeit lernte ich, dass meine Menschenkenntnis anscheinend von idealistischen Vorstellungen leicht beeinflusst wurde. Die Widerstände um mich herum wuchsen und wuchsen, und meiner Gesundheit zuliebe gab ich das Projekt 2011 auf. Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, dass Künstler emotional sind. Ein guter Teil meines Herzens zerbrach.
In den folgenden Jahren konzentrierte ich mich auf meine Werte und meine Genesung. Meine Liebe zur Kampfkunst hat mir hierbei genauso geholfen, wie meine Kunstwerke. Seit 2013 bin ich wieder aktiv als Holzbildhauer tätig und biete neben meinen wunderschönen besetzbaren Holzskulpturen b.B. auch wieder Kurse in Berlin an.

Über meine Klappstühle

 Eine besondere Leidenschaft sind meine besetzbaren Skulpturen, meine Baumstühle, oder liebevoll auch Klappstühle genannt. Wenn man zwei Tonnen Holz nach groben formgebenden Arbeitsschritten mehr oder weniger über Jahre hinweg poliert bis es seine Seele offen vor einem darlegt, kann man sich denken, dass sich eine persönliche Beziehung zum Stück ergibt. Die Verbindung zwischen mir uns meinen Klappstühlen ist für mich zu vergleichen wie die zu meinen Kindern. Ich liebe sie und kenne sie bis in ihre letzte kleine Holzfaser. Manche von ihnen sind leicht und unbeschwert, wie die Zeit, in der sie entstanden. Andere sind knifflig, voller Tiefe und nicht so unbeschwertem Geist, aber dafür nicht weniger schön. Gelebte Emotionen eben.
Artus zum Beispiel habe ich quasi als Müll auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes im Spreewald gefunden, wo der riesige Stamm unbeachtet damit begann, vor sich hin zu modern. Ein Krieger am Boden. An diesem Punkt meines Lebens hatte auch ich nicht meine heiterste Zeit, und der Stamm und ich, wir begannen sofort eine Beziehung zueinander aufzubauen. Artus ist für mich ein Symbol eines Überlebenskampfes und Resultat unzähliger Tage voller Kommunikation und Verhandlung zwischen uns, mir und dem Holz.
Rosa hingegen symbolisiert für mich Leichtigkeit und Freude. Nicht, dass die Arbeit mit schwierigen Stücken in düsteren Stunden mir nicht genau soviel Freude bereiten würde. Dennoch beinhalten die Stücke für mich eine unterschiedliche Energie, die mich jedoch für beide Bäume gleichermaßen mit Stolz und Freude erfüllt.

Über meinen Sumo

 Humor muss sein, seltsamerweise haben jedoch nicht alle Menschen den gleichen. :)
Deswegen möchte ich hier einige Worte über meinen geliebten und von Dritten doch oft als Provokation betrachteten Sumo verlieren. Diese Figur begleitet mich seit fast 35 Jahren, große Abschnitte davon sogar als Logo. Er wurde mir von einem genialen japanischen Designer entworfen und verkörpert für mich sowohl meine Bodenständigkeit und Erdverbundenheit (Sumo) als auch meine kindliche Neugier. Neues erlernen wir nur, wenn wir offen sind und auch immer etwas Neues (Schaukelpferd) ausprobieren.